Zum nationalen Tag des offenen Denkmals® im September vergangenen Jahres war der BERGHOF in Zappendorf überraschend gut besucht. Dies nehmen die Hofbesitzer Andreas Wolfart und Mathias Zisenis zum Anlass, interessierten Besuchern auch zum internationalen Denkmaltag (UNESCO World Heritage Day), der jährlich am 18. April begangen wird, eine Besichtigung ihres Gehöfts im Zappendorfer Denkmalbereich Straßenzug zu ermöglichen.
Da der 18. April in diesem Jahr auf Karfreitag fällt, entschloss man sich, eine Besichtigung auch am Ostersamstag und Ostersonntag zu ermöglichen und Osterspaziergängern einen interessanten Anlaufpunkt zu bieten. Gemeinsam lässt sich dann bei Kaffee oder Tee und Kuchen über den Denkmalschutz allgemein und in Bezug auf den Denkmalbereich diskutieren.
Der BERGHOF ist an allen drei Tagen von 14:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.
Hintergrundinformationen:
Der heutige BERGHOF geht zurück auf das Kossätengut Nr. 29 in Zappendorf. Um 1800 bestand das Kossätengut bereits aus einem eigenen Haus mit eigenem Ackerland, was für ein kleinbäuerliches Gehöft (#1) zu jener Zeit nicht üblich war. Da sich das Land in Hofnähe aufgrund von Teilungen verringerte, kauften die damaligen Eigentümer 1812 einen Acker am Hügenberg hinzu. Seit 1888 ist das Wirtschaftsgrundstück am Hügenberg in seiner heutigen Größe urkundlich mit dem BERGHOF verbunden.
Zwischen 1850 und 1900 stieg die Bevölkerung Zappendorfs aufgrund des Bergbaubetriebs rasant an. Grundstücksverkäufe ermöglichten es, das Gehöft zu erweitern. Auf einer Karte von 1902 erscheint der BERGHOF bereits in seiner heutigen Größe und Gebäudeanordnung.
1940 erwarben der Landwirt und Fuhrwerksbesitzer Gustav Stöbe und seine Frau Gilda aus Osmünde das Gehöft. Ihre Tochter Ursula und deren Ehemann Paul Klassen führten den Hof ab 1980. Nach beider Tod übernahmen die heutigen Eigentümer 2024 das ehemalige Kossätengut.
#1 Kossäten wurden in anderen Gegenden auch Kotsassen oder Kötner genannt. Sie hatten meist nur ein kleines Haus, eine Kate, mit wenig Land zur Selbstversorgung drum herum und arbeiteten für einen Gutsherren.